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Damals am Baikal, im Jahre 2002
Das Sand Dünen Camp am Baikalsee direkt am malerischen Baikalseeufer weit weg von der Zivilisation aber mit WC, Dusche, den Holzhäuschen und schmackhaftem Essen. Am Abend gibt es immer Baikalfisch aus dem See frisch gefangen.
Weil der Transfer aus Irkutsk immer montags, mittwochs und freitags erfolgt und ca. 5 Stunden dauert, ist es wohl am besten, dass man 5 Tage Campreise bucht. Z.B. wenn Sie Montag morgen um 9 Uhr aus Irkutsk wegfahren, sind Sie gegen mittag im Camp da. Dann können Sie Freitag morgen nach Irkutsk aufbrechen, um am Wochenende die Stadt und die Umgebung zu erforschen. Sie werden in diesen 5 Tage bestimmt nicht langeweilen. Erstens, jeden Tag gibt es vormittags und nachmittags Wanderungen und Schiffsausflüge. Essen dreimal am Tag ist auch eine schöne Beschäftigung und dauert da immer lange: ein Bier direkt nach dem Mittagessen mit wunderbarem Blick auf den Baikalsee - wie viele Menschen in München, Hamburg und Stuttgart können davon berichten? Die Hauptbeschäftigung von uns ( ausser aktiven Wanderungen und Ausflügen) war aber direkt am sehr sauberen Strand zu liegen, zu meditieren, Buch zu lesen und zu faulenzen! Kein Händy,kein Auto, kein Stress - just Sie und einer der Weltwunder Baikalsee! Gegen zusätzliche Gebühren gibt es dann Fittnes, Sauna, Massage und viele andere Möglichkeiten.

Also, lesen Sie bitte dazu den Bericht über die Reise zum Camp im Jahre 2002.

Feriendorf "Baikal Dünen"
Dienstag, d. 16.07.02

Am 16.07.02 ging es in Ratingen bei Traudl um 11.30 Uhr los. Wir sind: Christine und Wolfgang, Traudl und Sebastian, Regina und ich. Um 14.20 Uhr hob das Flugzeug in Düsseldorf ab. Die Flugzeit sollte 2,5 Std. betragen. Essen und Getränke waren sehr gut. Um 17.00 Uhr setzte die Maschine in Moskau auf, hier ist es 19 Uhr, zwei Stunden Zeitverschiebung.
Nach der Pass- und Zollkontrolle erleben wir eine tolle Überraschung: Waldemar ist schon da und nimmt uns in Empfang. Er war von St. Petersburg gekommen. Ein Minibus mit Fahrer wartete schon auf uns, so ging es in Richtung Moskaus Innenstadt. Der erste Eindruck war nicht so toll, aber es wurde bald besser. Bis zum Hotel waren es 20 km und nun sahen wir die goldenen Zwiebeltürme in der Abendsonne glänzen. Im Hotel Rossija direkt am Roten Platz nahm Ludmilla, die Fremdenführerin, uns in Empfang. Sie übernahm das Einchecken im Hotel, das dauerte. Endlich hatten wir die Zimmer, waren in Ordnung. Wir bummelten noch bis Mitternacht. Es war noch warm und viele Menschen waren noch unterwegs. Unser Hotel war riesig, wir konnten es nicht verfehlen. Es hat 6000 Betten. So endete unser erster Tag.

Der Rote Platz, Kirchen usw
Mittwoch, d. 17.07.02

Um 8. Uhr ist Frühstück, das sehr gewöhnungsbedürftig war. Wir haben uns schnell im grossen Hotel orientiert. Um 9 Uhr holte uns Ludmilla zur Stadtrundfahrt ab. Wir fingen am Roten Platz an und endeten um 13 Uhr wieder am Roten Platz, dazwischen hatten wir viel gehört und gesehen. Die grösste Kathedrale haben wir besichtigt. Einmalig! Ich durfte nicht ohne Jacke hinein, die Arme mussten bedeckt sein. Das Jungfrauenkloster haben wir auch besichtigt. Danach übernahm Waldemar die Führung, wir wollten den Kreml besichtigen. Die Pracht der Kirchen ist atemberaubend, aus Zeitmangel haben wir nur zwei besichtigt. Den gut bewachten Arbeitsplatz von Präsident Putin haben wir gesehen, Militär und Polizei war überall präsent, einen Schritt vom vorgeschriebenen Weg ab, und schon wird gepfiffen.

Wie auf der "Kö" in Düsseldorf
Danach wollte Waldemar mit uns noch zwei Stationen mit der Metro fahren. Ein MUSS in Moskau. Also stiegen wir schnell ein, fuhren zwei Stationen, stiegen aus und wieder zurück. Auf dem Weg zum Hotel liefen wir durch das grosse Kaufhaus Gum, sehenswert. So teuer und nobel wie auf der „Kö' in Düsseldorf. Nur 10 % der Moskauer können hier einkaufen. Die Moskwa windet sich 80 km durch Moskau. Im Gum hatten wir Wolfgang verloren, erst haben wir noch gewartet, dann sind wir gelaufen, weil um 17 Uhr der Bus am Hotel wartete. Wer war schon im Hotel, Wolfgang! Auf der Fahrt zum Flughafen konnten wir den Kreml in der Sonne liegen sehen. Es ging zum Flüghafen 2 für Inland-Flüge Die Abfertigung ging flott, aber im Flugzeug warteten wir noch eine halbe Stunde, worauf? Keine Ahnung!

Statt Irkutsk in Ulan-Ude
Um 8.30 Uhr hoben wir vom Boden ab, Moskau ade, Richtung Asien. Das Flugzeug war nicht so gross, die Sitze eng. Ein russisches Modell, aber die Versorgung war gut. An Schlaf war nicht zu denken. Langsam wurde es dunkel. Die Durchsagen kamen nur noch auf russisch, wir verstanden nichts mehr, und Waldemar sass weit weg von uns. Im hinteren Teil des Flugzeugs sassen fünf Polen, die sich mit Wodka vollaufen liessen und Krach machten. TraudI beschwerte sich schon mal, aber es nützte nichts, die waren schon zu weit.
So ging die Zeit schnell vorbei. Die Flugzeit sollte 5 '/2 Stunden dauern. Dieses Schauspiel am Himmel war faszinierend. Eine Stunde Dunkelheit und am Horizont konnten wir in einem hellen Schein sehen, dass die Sonne bald aufgehen würde. Wie ein Feuerball ging die Sonne auf, es wurde wieder Tag. Anschnallen mussten wir uns auch zwischendurch, es wurde etwas unruhig.
Nach sechs Stunden setzte die Maschine sanft zur Landung auf, aber es sah ganz schön öde aus, wie irgendwo in der Taiga. Die Überraschung folgte auf dem Fusse, alle blieben sitzen. Was das bedeutete, wussten wir nicht, dann erfahren wir von Waldemar: wir sind in Ulan-Ude gelandet, weil Irkutsk im Nebel liegt, das liegt nun wirklich am Ende der Welt an der Grenze zur Mongolei. Bis wir aus dem Flugzeug durften, gab es ernste Diskussionen. Unter strengen Augen ging es übers Flugfeld zum Gebäude. Fotografieren streng verboten. Da gab es ausser einem Flugzeug mehr, gar nichts! Und der Flughafen, oh Gott, der Bredtstedter Bahnhof in den schlechtesten Zeiten war besser. Basti hatte fotografiert, sie wollten ihm den Apparat abnehmen, was er zu verhindern wusste mit Gegenwehr. Vor dem Gebäude haben wir eine halbe Std., jeder mit einer grossen Flasche Wasser in der Hand, gewartet. Meine Uhr zeigte 2 Uhr nachts, dort war es 6 Uhr morgens. Endlich wurde unser Flug aufgerufen, wieder Pass- und Ticket-Kontrolle, dabei hatten wir uns gar nicht viel bewegt. Basti sollte den Fotoapparat abgeben, so dass Waldemar amtlich werden musste, und die standen stramm vor ihm, damit war die Sache geregelt! Ab gings nach Irkutsk, den Baikal konnten wir schon mal von oben sehen.

Endlich mal in Irkutsk
Donnerstag, d. 18.07.02

Es war Donnerstag, der 18.07.02, um 9.30 Uhr landeten wir in Irkutsk, hier waren schon 30 Grad. Die Abfertigung war zügig. Der Bus und die Fremdenführerin warteten schon seit 6 Uhr, unserer eigentlichen Ankunftszeit. Sie waren nicht weggefahren, dass sollte mal einer in Deutschland machen! Nun lernten wir Sibiriens Strassen kennen, oh, oh. Die Fahrweise war wie in Moskau, wer am schnellsten ist und gut hupen kann hat Vorfahrt. Die Überraschung war unser Hotel, ein eisernes Tor wurde vom Pförtner geöffnet, der Bus fuhr bis vor das Portal, wo der rote Teppich ausgerollt war. Die Chefin nahm uns in Empfang. Waldemar sagte: Sibirische Freundlichkeit! Hier hatte er seine Beziehungen spielen lassen, es ist das Gästehaus für ausländische, politische Gäste. Mehrere Empfangsräume mit Teppichen, dicken Sesseln, tollen Gardinen, und auch die Zimmer waren grosse, hohe Räume in verschiedenen Farbe gehalten. Unser Zimmer war in rosa. Wolfgangs und Christines in blau, Traudels war besonders gross und prunkvoll, da hatte schon Breschnew geschlafen. Zwei Stunden wollten wir ausruhen, dort waren 5 Std. Zeitverschiebung von Moskau. Die Nacht war kurz. Um 14 Uhr stand der Bus wieder bereit. In Irkutsk gibt es nicht viel zu sehen, meinte Waldemar, der Baikal ist wichtig, also in Richtung See. Unterwegs hatten wir vor einem typischen sibirischem Lokal zu Mittag gegessen. Das Bier schmeckte, es gab Salat, Brot und gegrillten Fisch, eine Forellenart, die es nur im Baikal gibt. Eine Flasche Wodka kam auch auf den Tisch, urgemütlich! Als nächstes besichtigten wir ein Freilichtmuseum, das war auch sehr schön anzusehen. Weiter in Richtung See, die Strasse ist breit und gerade, aber buckelig, wir wurden ordentlich geschüttelt. 60 km liegt Irkutsk vom Baikal entfernt. An der Mündung des Angara „man sagt, die Tochter des Baikal' der einzige Fluss der den Baikal wieder verlässt, die Sage sagt: „Vater Baikal war böse auf die Tochter Angara und hat ihr einen grossen Felsen hinterher geworfen. Der Felsen guckt heute mitten im Fluss raus,dann erstreckte sich der See vor uns, hier sieht man noch die Berge auf der anderen Seite, aber dann wird der See so breit, wir sahen die andere Seite nie mehr. An der breiten Uferstrasse standen Händler und verkauften Souvenirs und geräucherten Fisch, der gleich neben dem Strand geräuchert wird.
Unsere Fahrt ging weiter den See entlang zur nächsten Ortschaft, die bekannt ist, weil Helmut Kohl mal hier war „Listvianka', sonst sehr sibirisch, fast nur Holzhäuser, immer ein kleiner Gemüsegarten dabei zur Selbstversorgung. Die Tiere, Kühe und Kälber liefen überall frei am Strassenrand, auch über die Strasse, aber weg liefen sie wohl nicht. Auf einer Anhöhe am See hatten wir verweilt und die Aussicht genossen. Hier badete der erste im See, das Wasser war höchstens 12 Grad warm. Die Rückreise nach Irkutsk verlief ruhig, wir waren alle müde, aber die Schlaglöcher weckten uns dauernd wieder auf. Am Hotel wurde uns wieder vom Pförtner das eiserne Tor geöffnet.
Inzwischen war es 8 Uhr, frisch machen und los zur Stadt zum Essen, der Pförtner musste uns wieder raus lassen, so gut bin ich noch nie bewacht worden. In der Nachbarschaft finden wir ein nettes Gartenlokal, mit Live Musik draussen, wir waren im Kellergewölbe, hier war es auch etwas kühler. Essen und Bier waren gut, aber bei uns war die Luft raus und wir waren müde. Die Männer wollten nun noch Wodka einkaufen für die nächsten 5 Tage in der Taiga, einkaufen ging rund um die Uhr, „Ob dat alles so richtig ist' mit 20 Flaschen kamen sie an. Zu einem Spaziergang am Fluss, Irkutsk liegt an der Angara, konnten wir uns nicht mehr entschliessen. Strassen und Plätze waren noch voll von Menschen, es war ein schöner warmer Abend. Nach dem Klingeln wurden wir eingelassen, ab zu Bett und wir schliefen alle wie die Murmeltiere.

Heiliger Baikal
Freitag d. 19.07.02.

Es war Freitag d. 19.7. um 8 Uhr war Frühstück an einer riesigen Tafel für uns 7 Leute gedeckt, ein Kellner bediente uns, sehr vornehm. Um 9 Uhr bestiegen wir den Bus und die Reise in die Sandbucht am Baikal beginnt. Es ist ein kleiner Bus, ca. 20 Leute und die Tour dauert ungefähr 2 Stunden. Die erste halbe Stunde hatten wir noch Teerstrasse und dann eine Schotterpiste, aber eine grandiose Landschaft durch die Taiga, es wechselten Birken- und Kieferwälder auf beiden Seiten, die immer wieder mit Bächen und Flüssen durchzogen waren. In einem breiterem Tal waren auch mal kleine Bauern Ansiedlungen, wo auch das Vieh frei in der Gegend lief. Nach einer Stunde wurde Pause gemacht. Ein Bach kam aus dem Wald, wo wir das klare Wasser getrunken haben und uns die Hände und das Gesicht gekühlt haben, es war sehr warm. Zum Austreten musste man ins Dickicht. Nach 10 Minuten ging es weiter, sah man vorne eine Staubwolke wussten wir es kam Gegenverkehr und der Fahrer konnte nicht sehen, er machte Blindflug. Nach 2 Stunden sahen wir eine grosse Ebene und den See. Die Erdmännchen spielten hier auf dem Gelände, es waren viele. Der Hafen war nur ein Anleger, wo die beiden Schiffe lagen, die uns abholten. Wir waren auch mit 2 Busen unterwegs. 30 Leute wurden auf 2 Schiffe verteilt und ab ging die Seefahrt,denn einen Landweg gab es dorthin nicht. Das Wetter ist prima, ohne Jacke sitzen wir in der Sonne. Das Wasser war sehr klar und ruhig, bis zu 40 Meter Tiefe konnte man noch den Boden sehen, es ging nahe am Ufer entlang, das bergig, aber bewaldet war, es waren Birken, Kiefern und eine sibirische Zedemart. An dieser Seite des Baikal sind die Berge bis 2000 Meter hoch. Nach einer halben Stunde die Westen an und schon bald die dicken Winterjacken, es wurde windig und kalt, richtige Schaumkronen auf dem Wasser. Nach 2 Stunden sahen wir von weitem einen grossen Felsen hervorragen, dahinter lag unsere Bucht versteckt, am anderen Ende der Bucht ein kleiner Felsen, sie hiessen der grosse und der kleine Glockenturm. Der Hafen war wieder nur ein kleiner Anleger für 2 Schiffe, die auch hier liegen blieben, die zum Camp gehörten.

Wie in Korsika nur kalt zum Baden
Nun sah man auch die Holzhütten, die am Hang unter Kiefern gebaut waren, jede mit Blick auf den See. Auf dem weissen Strand sind Liegen und Stühle verteilt worden und Bänke die zum Verweilen einluden. Schnell hatten wir unsere Hütten bezogen, die ganz gemütlich waren. Bis 2 Uhr musste gegessen werden, ein grösseres Gebäude war die Küche, das Lokal und sie sagten auch die Bar dazu, abends konnte man dort sitzen und Bier trinken, tagsüber wurden hier die Mahlzeiten eingenommen, jeder hatte seinen Tisch. Anja stellte sich dann uns vor, sie betreute hier die Gäste und bot auch Touren an. Um 3 Uhr sollte es gleich losgehen, 6 km. Wandern zum Kormoran Felsen. Ausser Traudel und Wolfgang gingen wir mit, aber der Weg, hoch und wieder runter im Wald und es war sehr schwül, ein Gewitter zog auf. Es ging immer am See entlang, oben auf den Felsen im Wald mit herrlichen Ausblicken. Aber wie wir ankamen, ging das Gewitter richtig los und es goss in Strömen, fast im Dauerlauf ging es zurück, alle waren wir pudelnass, das hat Wolfgang dann erst mal mit einem Foto festgehalten. Zwischen 7 und 8 Uhr gab es Abendbrot, da hatten wir uns wieder erholt. Das Essen war gut und es gab reichlich, etwas anders als gewohnt. Viel Salat, viel Fisch, mittags immer eine Suppe vorweg, morgens und abends Saft und Tee und der war sehr gut vom Baikalwasser. Nach dem Abendessen war das Wetter wieder schön, die Luft war rein, die Sitzecke bei Dines Holzhaus wurde abends unser Platz zum gemütlich sitzen und erzählen und Wodka trinken. Wolfgangs Ausspruch „ob dat alles so richtig ist' wurde oft erwähnt, ich war der Einschenker vom Dienst, da wir nur Tassen hatten, wurde bis 7 gezählt und wir hatten unsere 0.2 in der Tasse. Um 10:30 sollte noch ein gemütliches Beisammensein und Kennenlernen in der Bar statt finden. Anja machte es gut, Waldemar hat unsere Gruppe vorgestellt. Wir lernten am Nebentisch ganz nette Leute aus Irkutsk kennen, ein Architektenehepaar, Waldemar übersetzte immer, es war sehr gemütlich. Die Zeit verging wie im Fluge, um 2 Uhr ging es endlich zu Bett.

Schöne Bergwanderung und doch baden
Samstag, d. 20.7

Im Bett hörte ich das Rauschen des Sees und wie ich aus dem Fenster schaute, glitzerte der See in der Sonne, ein blauer Himmel, herrlich. Es wurde ein heisser Tag, morgens hatten wir schon 22 Grad im Schatten. Von 9-10 Uhr war Frühstück, alle erschienen pünktlich, Anja legte die Route fest, erst durch den Wald und dann auf die Felsen klettern auf den Schamanenfelsen, den wir vom Strand aus gut sehen konnten, da ging ich nicht mit, wegen meinem Knie, die mussten sich erst mal erholen vom vorigen Tag, ich packte die Strandtasche und ging baden und sonnte ich mich das erste mal im Baikal. Das Wasser war 12 Grad, sehr kalt, alle gingen schnell ins Wasser, schwimmen und schnell wieder raus, kurze Zeit später war die Badehose wieder trocken, es war sehr heiss am Strand, ca. 30 Grad. Bald hatte ich Gesellschaft, Dine war zurückgekehrt, weil Wolfgang sein Geld zu Hause liegen lassen hatte, bis sie es gefunden hatte, ist sie erst mal 3 Tode gestorben, aber es wendete sich alles zum Guten. Nun haben wir beiden am Strand gelegen gebadet, gesonnt und gequatscht. Das Wasser war so klar und sauber, Man konnte flach rein gehen, musste aber schnell untertauchen, bevor man gemerkt hat, wie kalt es war, aber es erfrischte unheimlich. Zum Mittag waren unsere Wanderer wieder da und waren ganz schön verschwitzt und kaputt, aber Wolfgang war auch bis oben mitgegangen, ich hätte es wohl nicht geschafft, man ist ja keine 20 mehr. Am Nachmittag war Strand angesagt, es war wunderschön. Anja gab den Kindern im Camp die Aufgabe ein Bild über den Baikal zu malen, die dann am Abend prämiert wurden. Abends gab es dann auch noch ein Volleyball Turnier für die Jungen. Jeder konnte hier das machen, was er mochte, aber es war immer ein Angebot da. Montag, Mittwoch und Freitag waren An- und Abreisetage. Zwischendurch kamen auch keine Schiffe hier an. Nach dem Abendbrot hatten wir wieder unsere gemütliche Sitzecke beschlagnahmt und Wodka getrunken und erzählt und gelacht. Waldemar hatte Spass an meinem Einschenken, wollte einer nicht soviel, wurde nur bis 5 gezählt sonst bis 7 „wenn dat man alles so richtig ist'. Der Abend war wieder so warm und schön, wir hätten die ganze Nacht hier sitzen können.

Graupensuppe, Bär und Beeren
Sonntag, d. 21.07.02.

Das Rauschen des Baikals hat mich geweckt, lauter als sonst, erst dachte ich es war Sturm, aber blauer Himmel und Sonne und kein Lüftchen aber Brandung wie am Mittelmehr. Um 9 Uhr zum Frühstück gab es einen Teller Graupensuppe vorweg, die hatte ich seit meiner Kindheit nicht mehr gegessen. Ich habe meinen Teller mutig leergemacht, aber es gab auch noch süsse Kuchenstücke und Tee. Anja erschien und sagte, dass um 10 Uhr Bootfahrt ist. Da freuten wir uns, es ging wieder dicht an der Küste entlang, Richtung Norden. Es kamen noch mehr so schöne Buchten zum Vorschein und immer wieder die Gebirgsketten mit Kiefern bewachsen. In einer grösseren Bucht standen ein paar Holzhütten und Anja erzählte uns, hier leben ein paar Wildhüter und Jäger, die konnten mit dem Boot hier her kommen. Wild gab es hier wohl genug, Bären, Hirsche, Elche, Rentiere aber keine Wölfe. Nach einer Stunde sahen wir wieder die schöne Bucht, unser Schiff steuerte direkt auf den Strand zu, auf den Sand. Über die Leiter vorne stiegen wir aus dem Schiff. Hier lebten ein paar einheimische Fischer, die unser Camp mit Fisch versorgten. Die zeigten uns dann den Omul, einen edlen Fisch, den es nur im Baikal gibt. Abends haben wir den Fisch dann gebacken bekommen, sehr lecker. Nach einer halben Stunde ging's wieder aufs Schiff und weiter raus auf den See, wo schöne Wellen waren, nach 2 Stunden waren wir dann wieder im Hafen. Nach dem Mittagessen machten wir erst mal Mittagspause, Anja brach um 3 Uhr zu einer grossen Wanderung auf, wir wollten um 5 Uhr mit Waldemar eine kleine Tour starten. Wolfgang und Traudl blieben hier, wir machten uns auf den Weg zur Sanddüne, wo die Kiefernwurzeln einen Meter über dem Boden standen, wenn man unter ihnen durch geht und sich etwas wünscht, soll es in Erfüllung gehen, was wir dann natürlich gemacht haben. Hier kam Anja von der Wanderung zurück, Waldemar meinte sie musste nun auch noch mit uns gehen, was sie auch tat. Die Gruppe fand den weg auch alleine zurück. Nun ging es durch den Wald, der hier in Sibirien Taiga heisst, ich konnte mir gut vorstellen wie hier ein Bär durch streift und nach Beeren sucht, es ging eine Anhöhe rauf, dann wieder runter und vor uns lag die Sonnenbucht, atemberaubend, ein herrlicher Sandstrand, türkisfarbenes Wasser, man hätte gleich baden mögen.

Romantische Herzsteine und Lagerfeuer
Vom Schiff hatten wir die Bucht auch schon gesehen, eine halbe Stunde haben wir uns hier aufgehalten und nach Herzsteinen gesucht, die man nur hier findet. Sie sollen Glück bringen. Dann mussten wir zurück zum Abendbrot. Anja erzählte uns abends ab 10 Uhr wäre Abschiedsparty am Strand mit Lagerfeuer für die Gäste, die Montag abreisten. Unsere Freunde aus Irkutsk reisten auch ab, sie waren nur für ein verlängertes Wochenende hier. Getränke musste jeder mitnehmen. In der Felsbucht waren Bänke um das Lagerfeuer gestellt, Anja hatte ein paar Kannen Tee mit genommen - für alle genug. Jeder stellte sich erst mal mit Namen vor und wo er herkam (aus allen Teilen Russlands). Waldemar stellte uns aus Deutschland, Düsseldorf vor. Anja schenkte uns Tee aus, sie hatte auch genug Becher mit und los ging's mit Gesang russischer Volkslieder, einer spielte dazu auf der Gitarre, es war wunderschön, dann mussten die Deutschen singen, man stelle sich mal vor, wir sitzen am Baikalsee am Lagerfeuer und Dine und ich singen von den Nordseewellen. Es ging immer im Wechsel jetzt wieder die Sibirier und dann wieder wir mit deutschen Volksliedern und dazwischen ging die Wodka Flasche rum. Aber auch dieser herrliche Abend ging zu Ende. Bis l Uhr am See und dann mussten wir mit Vitali und Nadja noch in die Bar und georgischen Rotwein trinken, da hatten wir aber wirklich die nötige Bettschwere.
Die Adressen wurden auch noch ausgetauscht, denn Wolfgang hatte sie zu seinem 70 Geburtstag eingeladen. Waldemar kommt auch, denn am 28.10 ist in Düsseldorf eine grosse Glasmesse, die er besuchen soll. Wieder war ein schöner Tag zu Ende.

Wodka und Vollmond
Montag, den 22.7.

Der erste Blick aus dem Fenster zeigte wieder den schönen blauen Himmel, es wurde heute wieder warm. Frühstück war eine Stunde früher wegen der Abreise, wir haben sie ordentlich verabschiedet und gewinkt. Heute gab es 2 Spiegeleier zum Frühstück. Morgens war kein Programm. Anja wartete erst auf die Gäste und wir genossen den Strand und liessen uns es gut gehen. Es war wieder an die 30 Grad, wir hatten das Gefühl, als ob das Wasser ein bisschen wärmer wäre „Einbildung'? Der Strand war wunderbar sauber, aber die Mädchen, die im Camp arbeiteten, gingen immer wieder mit Mülltüten am Strand entlang und sammelten alles auf, auch die Kiefernzapfen, die immer wieder runter fielen. Auch die Abfalleimer, die reichlich verteilt aufgestellt waren, wurden jeden morgen geleert. Die neuen Gäste kamen um halb 2 Uhr an und um 3 Uhr machte Anja die Wanderung zum Kormoran Felsen, wo wir am ersten Tag so nass geworden waren, aber wir wollten den Strand geniessen, nur Basti ging noch mal mit. Heute war ich 8 Mal im Wasser, man gewöhnt sich an das kalte Wasser und immer wieder sammelten wir bunte Steine am Strand, der eine ist schöner wie der andere, ich wollte so viele mitnehmen, aber ich mussteja noch mit dem Flugzeug nach Hause. Den Abend liessen wir etwas ruhiger angehen, aber unsere Ecke und 2 Flaschen Wodka mussten doch wieder dran glauben „ob das alles so richtig ist'? Um halb 11 Uhr sassen wir noch am Strand und genossen den fast Vollmond, wie sich sein Licht auf den See spiegelte, hatte ich noch nie gesehen. Wolfgang filmte es auch, man hatte das Gefühl der Mond war ganz nahe, es war wieder zu schade zu Bett zu gehen, überall auf den Stühlen und Bänken sassen die Leute noch draussen und genossen den warmen schönen Abend.

45 Grad Hitze
Dienstag, den 23.7.

Unser letzter Tag am Baikalsee. Wie wir zum Frühstück gingen, war es schon 25 Grad im Schatten, heute Morgen gab es wieder einen Teller Griesssuppe, Brot, Tee und Jogurt. Um 10 Uhr sammelte Anja wieder ihre Schäfchen zu einem Gang durch die Taiga. Wir wollten bis zur Sonnenbucht mitgehen, da baden und sonnen und Herzsteine suchen. Wir badeten gleich wie wir angekommen waren, es war sehr heiss hier, deshalb glaubte ich, dass das Wasser besonders kalt war. Wie ich das erste Mal aus dem Wasser kam, fand ich meinen Herzstein, den ich zu einer Kette machen will, das soll ja Glück bringen. Wir konnten es vor Hitze hier in der Bucht nicht mehr aushalten und brachen bald auf, Waldemar meinte es wären an die 3 5 Grad, es ist hier schon 45 Grad Hitze gemessen worden. Hier am Baikal gibt es mehr Sonnentage im Jahr als am Schwarzen Meer. Zum Mittagessen waren wir zurück, in der Mittagszeit war am Strand nichts los, es war zu heiss. Um 3 Uhr war wieder Schiffstour auf dem Baikal, die machten wir alle wieder mit, denn auf dem Wasser wehte ein Lüftchen, es war angenehm. Es ging wieder hoch zu den Fischern, wir legten aber nicht an, er fuhr zu einer anderen Bucht auch wieder so an den Strand ran und aussteigen, aber es war hier auch so heiss, wieder aufs Schiff und auf die See, es war angenehm. Nach 2 Stunden waren wir wieder zurück und es ging gleich an den Strand zu baden. Noch ein paar mal rein und geniessen, es war das letzte mal. Uns gingen die letzten Tage noch mal so durch den Kopf, was wir alles gesehen und erlebt hatten, manches kann man nicht in Worte fassen, es war zu schön.
Der Baikal ist etwas Einmaliges auf dieser Welt, aber wir wissen auch, das wir ohne Waldemar es nicht erlebt hätten, er ist zu einem richtigen Freund geworden. Um 10 Uhr heute Abend war wieder Lagerfeuer in der Bucht, Verabschiedung für alle, die Mittwoch abreisten. Es wurde wieder gesungen, Gitarre gespielt und Tee und Wodka getrunken Es ist wieder eine eigenartige Stimmung am See, heute war Vollmond, er stand so voll und rot am Himmel und leuchtete im See. Um 12 Uhr haben wir den Abend dann ausklingen lassen.

Abschied vom Baikalsee
Mittwoch, den 24.7.

Der Abreisetag .
Um 8 Uhr morgens waren schon wieder 23 Grad im Schatten. Nach dem Frühstück wurde unser Gepäck auf dem Schiff verstaut und die Hütten wurden kontrolliert, ob da alles da war, bevor wir abfahren. Anja und noch andere Gäste standen am Steg und wankten, es war wunderschön. 2 Stunden Schiffahrt hatten wir vor uns und nahmen die Bilder noch mal in uns auf. Unser Bus wartete noch nicht, aber lange brauchten wir nicht zu warten, das Gepäck verstauen und ab ging die Fahrt über die Buckelpiste. Unsere Erdmännchen spielten auch wieder auf dem Gelände rum. Die Strasse kam uns noch holpriger und noch staubiger vor wie auf der Hinfahrt. Der Bus war nicht so voll und jeder konnte gut sitzen und sich festhalten. Nach einer Stunde war wieder Halt am Bach in der Taiga, aber als wir ausstiegen, blieb uns die Luft weg, hier waren mindestens 35 Grad. Um 2 Uhr waren wir in Irkutsk und wir bezogen wieder ein tolles Gästehaus und unsere Zimmer und dann ging es zum Essen in unser Lokal, das wir schon kannten und das Essen war gut. Waldemar wollte nun zur Post und Karten kaufen, aber Traudl und ich sind ins Hotel zurück gegangen, es war zu heiss. Ich sass im Hotelzimmer und schrieb, das Thermometer zeigte 29 Grad, da soll mal einer sagen, Sibirien ist kalt. Waldemar und Wolfgang waren abrechnen gegangen, was auch mit grossen Schwierigkeiten war, weil es wohl alte Dollar Noten waren, die sie nicht haben wollten, aber wieder ist Waldemar die Rettung. Abends um halb 9 verliessen wir noch mal das Hotel, die Hitze hat ein bisschen nachgelassen. Das Leben auf der Strasse begann hier erst richtig, wir spazierten zum Fluss Angara, wo richtig viel los war, aber Waldemar empfahl uns hier nichts zu essen, wir gingen wieder zurück zu unserem Lokal neben dem Hotel, wo es immer gut geschmeckt hat, gute Getränke und nicht so teuer. Die letzten Rubel werden dann noch in Schnaps umgewandelt, jeder nahm sich was mit nach Hause.

Und ewig ruft die Heimat
Donnerstag, d. 25.07.02.

Halb 6 Uhr gab es ein kleines Frühstück und um 6 Uhr stand der Bus vor der Tür, der uns zum Flughafen brachte. Waldemar kam noch mit zum Flughafen, damit alles klappt, es ist noch ganz schön schwierig in Russland zu reisen, er wollte sehen, dass wir in die richtige Maschine kommen und ich weiss nicht, ob es geklappt hätte ohne seine Hilfe, denn wir mussten in einem anderen Gebäude einchecken, als wir angekommen waren.. Die Verabschiedung war kurz und schmerzlos, Waldemar blieb noch 2 Tage in Irkutsk, dann kommt eine neue Gruppe, denen er den Baikal zeigt. Für uns gings ab in den Flieger und Sibirien ade. Um halb 9 hob das Flugzeug ab und 10 Minuten nach 2 Uhr landeten wir in Moskau. Alles ging reibungslos,auch von Moskau - jetzt hatten wir wieder einen grossen Airbus 310, der nur halb voll war. Wir hatten viel Platz, es war ein schöner Flug von 2,5 Stunden. Um 3 Uhr landeten wir in Düsseldorf. Abends sahen wir uns schon das Video von Sibirien an, es war kaum zu glauben, dass wir das alles erlebt haben.