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Seidenstrasse
Let's go East!

Text und Fotos von Wladi Lawrow.

Übersetzung von Omsk Dolmetscherin Scholpan.


Nach einem 1,5 stündigen Flug sind wir in Urumchi gelandet.

In Urumchi ist der Flughafen im Vergleich zu den sibirischen Flughäfen ganz verschieden. Für die inneren Linien ( liess die Chinesen ) gibt es etwas auf dem Niveau des modernsten Flughafen Russlands Domodedowo. Für Auslandsflüge gibt es etwas ähnliches dem Omsker Flughafen, nur ohne großschnäuzigen Taxifahrer. Mit Fotografieren auf strategisch bedeutenden Objekten in China ist es sehr streng. Darum begnügen wir uns mit dem Foto eines modernen Wolkenkratzer, der mit dem Flughafen benachbart ist.

Nach dem rein chinesischen Wirrwarr mit dem Grenzübertritt sind wir mal endlich raus. Der Flughafen in Urumchi befindet sich außerhalb der Stadt. In der Ferne konnte man im blauen Dunst hohe Gebirge sehen, alle Gebäude um den Flughafen herum waren mit den Werbeanzeigen mit großen Hieroglyphen beklebt- wir sind in China und am Füsse des Tianshans (Himmelsgebirge)!

Der erste Eindruck: Taxi a`la UdSSR mit Zähler und lebenslustigen Fahrern. Auf der Seitenscheibe war der Preis zu sehen. Gewöhnlich macht es 1,40 Juan für 1 km( in Rubel multiplizieren mit 4; in Euro -14 Cents; in Dollar dividieren durch 8,2). Preise sind wie in Omsk. Später, nach einigen Einkaufswanderungen stellten wir fest, dass die Hauptwarenpreise hier ebenso wie bei uns sind.

Urumchi - Tianchi-Nanshan
Des Weiteren haben wir im Vorfeld auch folgende Infos über Xinjiang, Urumchi und unmittelbare Umgebung zusammengestellt.

Xinjiang
Xinjiang ist eine autonome Region der Uighuren. Als die grösste Region bedeckt sie ein sechstel der Gesamtfläche Chinas. Ein grosser Teil des Landes besteht in Wüste und Bergen. In den Oasen entstanden Städte, wo Gemüse und delikate Früchte angebaut werden. Die Hauptattraktionen sind die Landschaft und die Bevölkerung. Die Uighuren sind sehr gastfreundlich und fröhlich. Man bekommt überall süsse Weintrauben, Melonen und Pflaumen und in den Restaurants kann man bei Wein und Lammfleisch die Musik und Tänze der Uighuren geniessen.

Urumchi
Die Hauptstadt Urumqi (Wulumuqi) ist 4.000 km von Beijing entfernt und durch den Beijing-Urumqi Express, die längste Zugstrecke Chinas, verbunden. Im Xinjiang Museum kann man einen Überblick über die Kulturen der hier lebenden Nationalitäten gewinnen. Es gibt ausserdem römische und persische Münzen und andere Überreste von der Seidenstrasse. In den Basaren bekommt man Andenken und hervorragendes Essen.

Tianchi
120 km nordöstlich von Urumqi liegt der wunderschöne See

1.980 m hoch im Tian Shan (Himmelsgebirge) am Fuße des 5.445 m hohen Bogda Shan (mong.: Göttlicher Berg). Würde man die Kuhglocken läuten hören, der Eindruck einer Schweizer Alm wäre perfekt. Die durchschnittliche Tiefe des Sees beträgt 40 m, seine größte Tiefe 105 m. Hier im Grünen vergißt man schnell, wie nah die Steppen und Wüsten sind. Vor allem kann man hier ein wenig Grün tanken, bevor man die weite Reise nach Kashgar oder Xi'an antritt. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten für Trecks, die man zu Fuß oder auf dem Pferderücken machen kann. Die Pferdetrecks dauern ca. 10 Stunden und führen bis zur Schneegrenze.

Die Busse brauchen für die knapp 120 km 2 Stunden. Es gibt unterschiedliche Preise, abhängig davon, ob man für einen Tag fährt oder länger bleiben möchte (sehr zu empfehlen). Wenn man einen Tagestrip macht, muß man bis 16.00 Uhr wieder am Bus sein, der dann nach Urumqi zurückfährt. Nachts wird es kalt. Also warme Kleidung mitnehmen!

Hotels: Tianchi Fandian und andere preiswerte Unterkünfte am See, die über einen Wanderweg zu erreichen sind (20 Min.).


Nanshan
Auch die Gegend um Nanshan, 65 km von Urumqi entfernt, lädt zu Spazierritten und Übernachtungen in Yurten (Zelten) ein.

Die Messeeröffnung.

Einen Tag darauf, am 2 September 2004, fand die Festeröffnung der handelswirtschaftlichen Messe statt. Die Auftretenden sagten viel Schönes über die Freundschaft und Zusammenarbeit, alles das wurde mit ausgezeichneter Darbietung der Ortskünstler begleitet. Dort waren die Vertreter aller Hauptnationen und Völkerschaften der Provinz Xinjiang, aber besonders blieb im Gedächtnis das Uygurer Ensemble der Volksmusik mit dem sonnenbraunen Alten, der lustig und mit Schwung in sein Rohrpfeifchen blaste.
Nach der Eröffnung gingen wir alle Stands herum. Überwiegend war da die Produktion der Leichtindustrie und der Nahrungsmittelindustrie. Wir probierten herben Wein aus Turfan, der gemeinsam mit den Franzosen produziert wird. Es ist interessant, wie unser Freund Peter Friess diesen Wein einschätzen würde. Man sagt, dass wegen der großen Menge des Zuckers in Weintrauben( und das kommt vom dürren heißen Klima mit Temperaturgefällen Tag- Nacht) Xinjianger Wein im Westen nicht besonders gut kotiert wird. Am vorletzten Tag unseres Aufenthaltes auf der Messe machten wir einen Ausflug nach Turfan.

Chinesischer Fleiß
Chinesen sind ein arbeitsames, wohlwollendes Volk( besonders in Haltung zu den Ausländern, denn sie betrachten Ausländer als keine Konkurrenten im Kampf für den Platz auf grünem Zweig bei ihrer Bevölkerung von1,5 Milliarden).

Darüber hinaus sind die, nach unseren Masstäben, Nichttrinker. Dank diesen Eigenschaften und natürlich unter aufmerksamer Leitung ihrer Führer haben sie fast an unseren Grenzen ein Megapolis aufgebaut, dem die Hauptstadt Sibiriens Nowosibirsk das Wasser nicht reichen kann. Und das ist bei weitem nicht alles, was sie machen können...

Auf dem Foto ist solch eine durchschnittsstatistische chinesische Ameise-Rikscha geschildert, die ihren bescheidenen Beitrag zum Gedeihen ihres großen Vaterlandes ohne zu murren leistet. Wie oft waren wir verwundert: da schlägt sich eine magere Rikscha durch Autosdschungel( in China wird Straßenverkehrsordnung mit knapper Not befolgt besonders leiden daran die Fußgänger, die über die Straße gehen), kaum tritt er vor lauter Erschöpfung die Pedale, sieht er aber den Ausländer hat sofort den Mund bis an die Ohren:´da sieh, ich bringe etwas in meinen Ameisenhaufen und freue mich darüber`.

Auf den regen Plätzen sitzen Schuhputzer( das kostet 1 Juan, 1 US Dollar = 8,27 Juan), Kleidungszunäher u.a.
Der Chinesischer Staat ist klug - er versteht: man muss den Menschen leben und verdienen lassen. Im großen und ganzen sind alle diese Kerle lustig und arbeitsam. Und wenn ihnen ein Ausländer begegnet ist und dabei mit Chinesischkenntnissen volle Begeisterung. Vor allem interessieren sie sich dafür, wocher dieser alter Knabe Ausländer kommt . Nachdem sie erfahren, dass er aus Russland kommt, heben sie den Daumen: Putin cholosode, Elosy bu cuo ( Russland ist Klasse).

Aber das sind sehr einfache Leute. Die andere orientieren sich mehr auf Englisch und auf die westliche Kultur - sie betrachten uns nicht mehr als Vorbild. Ein einfaches Beispiel: während unserer Reisen nach China Anfang der 90er, die Kassetten mit russischen Liedern auf Chinesisch gab es auf den Regalen der chinesischen Läden in Mengen( Katjuscha, Podmoskownyje wetschera u.a.). Diesmal fanden wir in einem riesengrossen Supermarkt keine einzige Kassete mit russischen Aufnahmen.

Die großen Baus chinesischer Fünfjahrpläne
Der Haupteindruck der ersten zwei Tagen unseres Aufenthaltes in der Stadt : man baut überall, sehr viel, Tag und Nacht und bei jedem Wetter. Das Tempo ist so schnell, dass jedes Jahr die chinesische Stadt sich solcherweise verändert , dass in manchen Stellen man sie nicht erkennen kann.

Das betrifft Urumchi in vollem Mass.

Natürlich man baut mit chinesischer Spezifik: zu schnell und irgendwo nicht besonders qualitativ. Doch! Nach dem bildlichen Ausdruck eines Delegationsteilnehmers für die letzten 15 Jahre verwandelte sich Urumchi aus der Kleinstadt wie Kalatschinsk( Kreisstadt in Omsker Gebiet mit 15 tausend Einwohner) in sich erfolgreich entwickelndes Los Angeles.

Sehen Sie sich bitte das Panorama der Stadt auf dem Foto an: das ist keine europäische, sondern vielmehr eine amerikanische Stadt, die vor aller Augen herangewachsen ist.

Hotels in Urumchi
Noch mehr waren wir erstaunt über neue Hotels.

Nach dem Luxus erinnern einige an Nahosthotels.

Unser Hotel ´Youhao Freundschaft` hat ´nur ` drei Sterne, aber es ist besser als das Hotel ´Sibir`in Nowosibirsk. Für ein Doppelbettzimmer mit Einzelperson zahlten wir 50 US Dollar ; jene, die zu zweit in einem Zimmer wohnten, zahlten 27,5 Dollar pro Kopf.

Das ist unter dem Niveau des Omsker Hotels ´Majak´ bei bedeutend besserem Service. Im Zimmer gibt es ein Gerät mit reinem kalten und kochendem Wasser. Man kann zu jeder Zeit Tee trinken. Das Zimmer wird täglich aufgeräumt. In Hitze kann man eine Klimaanlage einschalten. Mit einem Wort, ist der Service wirklich auf hohem Niveau.

Klar, es gibt auch einige negative Momente die Fenster wurden schon seit langem nicht geputzt, und bei solcher Luftverschmutzung wie in Urumchi( die Stadt befindet sich im Gebirgstal) sind sie ziemlich schmutzig geworden.

Der letzte Arbeitstag
Der letzte Arbeitstag auf der Messe geht langsam zu Ende. Zwei Tage sind noch geblieben.

Wir werden sie den Exkursionen nach Turfan und Tjanchi widmen. Eine Sache all das im Internet zu lesen, und andere Sache - mit eigenem Auge zu sehen.

Noch einmal sehen wir uns die Stands mit verschiedenem xinjianischen Nationalkolorit an.

Wir führen Verhandlungen mit einer Delegation aus der Stadt Altai im Norden Xinjiangs an der Grenze mit autonomem Bergaltaisker Gebiet durch. Sie vertreten den Hochgebirgssee Kanas. Man sagt, dass ihre Gegend sich bei den reichen Chinesen aus dem Süden und bei den Amerikanern großer Beliebtheit erfreut.

Darum sind sie gegen den Bau der direkten Autostraße aus Bergaltai Sibiriens nach Xinjiang, weil, ihrer Meinung nach, dadurch das ökologische Gleichgewicht in der Region zerstört wird: in China gibt es ja so wenig Gegende , die von den Menschen fast unberührt geblieben sind.

Wir haben mit diesen gastfreundlichen Leuten auch über den Irtysch gesprochen, der unser gemeinsamer Fluß ist. Sie haben mir das Buch über diese Gegend geschenkt. Von Urumchi bis Altai(600 km) fliegt ein neues Fokker( ein kleines Flugzeug holländischer Produktion)! Der Preis ist ein bißchen hoch, besonders für die Chinesen 500 Juan( 61 US Dollar) in eine Richtung.

Die Küche
Das Frühstück war im Zimmerpreis inbegriffen, darum hatten wir den ersten Versuch mit der xinjianer Küche im Hotel ´ Freundschaft`.

Zuerst kam der chinesischen Bedienung Verlegenheit anläßlich der Unfähigkeit einiger unserer Hotelsbewohner mit Stäbchen zu essen.

In Xinjiang, sogar in den Hotels wo die Ausländer Zimmer nehmen, spricht man nur Chinesisch ( oder auch Uygurisch ). Um so mehr ist es ihnen nicht verständlich, wie man mit den Stäbchen nicht essen kann das sind einfach Barbaren, diese Ausländer!

Anstatt zu frühstücken, musste unser Spezialist für Chinesisch die Chinesen in Besonderheiten unserer Mentalität und Vorlieben einführen. Sie haben das mit Humor aufgenommen, und organisierten rasch fast alles, worum sie gebeten wurden. Dabei brummten sie nicht, rollten die Augen vor Empörung auch nicht - schnell verschwanden sie, um so schnell mit notwendigen Dingen zu kommen.

Zum Beispiel, entstand die Frage über den Tee. Zum Frühstück trinken sie eine Plempe aus Reis, die für einen Europäer überhaupt fade ist. Nachdem wir ihnen erklärt hatten, was wir brauchten, verschwanden sie diesmal für längere Zeit; dann schleppten sie etwas ähnliches userem Samowar heran( dabei Mund bis an die Ohren das haben wir doch aufgetrieben! ), nach einer Minute klebten sie an den Samowar ein Etikett mit dem Wort ´Tee` auf Russisch. Außerdem prangte nach zwei Tagen am Samowar eine sehr schöne Hieroglyphe ´Tee`( diese Neuerung schmeckte auch den chinesischen Gästen!).

Chinesische Unternehmungslust hat keine Grenzen!


Mittags aßen wir in einer Imbißstube( sauber, nicht teuer und schmackhaft), wo wir meistens den Pilaw bestellten( er war nicht so scharf). Mittagessen kostete uns ungefähr 7 USD. Es empfiehlt sich nicht draußen auf der Strasse zu essen: recht schmutzig und dabei kann man auf solch ein Gericht stoßen, dass man den Mund verzerren kann.

Ein chinesisches Sprichwort sagt: Frühstück iß selbst, Mittagessen teile mit deinem Freund und Abendbrot gib dem Feind.

Zum Abendessen kauften wir Obst (im Herbst gibt es Obst in Urumchi in großen Mengen, und sie kosten relativ billig) und tranken Tee im Hotelszimmer.

Für gesunde Menschen ist die Xinjiang Küche sehr schmackhaft und nahrhaft. Besonders berühmt ist der uygurishe Pilaw.

Der zentrale Kulturpark
Da der offizielle Teil der Messe zu Ende gegangen ist, können wir mit der Besichtigung Urumchi und seiner Umgebung beginnen.

Natürlich, beginnen wir mit der Stadtrundfahrt, denn wir sahen die Stadt nur auf dem Weg vom Flughafen ins Zentrum( etwa 20 km) und Hotel Messe(1 km).

Das chinesische Tauziehen scheint bekannt zu sein. Rasch setzen sie uns in einen Bus, wo man wie immer aus einem unerfindlichen Grund etwa eine halbe Stunde warten muss.

Dann fahren wir zur ersten Sehenswürdigkeit: zum Volkspark. Noch eine xinjianger Besonderheit: sie geben uns einen Dolmetscher, der kaum Russisch spricht und in dem chinesischen Stoff über die Route nicht Bescheid weiß.

Der im Geiste des chinesischen Patriotismus der 60 - 70er mit allen diesen Denkmälern und Schildern eingehaltene Park schien uns überhaupt nicht interessant zu sein. Eintrittsgeld ist 5 Juans.

Aber!Nach der Rückkehr nach Omsk fanden wir im Internet folgende Information über diesen Park:
Urumchi ist berühmt durch seine acht Wunder. Das ist die Gedenkstätte des bekannten Ziner Gelehrten und Literaten Zsi Sjaolan, die sich auf das Territorium des Volksparks befindet, in diesem Park gibt es auch den See Zsjanghu und die Kemenate Zuiguan; eine Brücke für die Tränke der Pferde; die warme Quelle Schuimogou, wo laut Überlieferung eine Konkubine des Kaisers Zjanlun badete; Landschaftsorte baoshui und xue ( Wasser und Schnee) und Angeln unter dem Regenbogen. Da haben wir`s!

Neben dem Park befindet sich ein kleines Reisebüro. Die Preise ( in grossen chinesischen Zeichen geschrieben) dort sind eine Augenweide.

Aber, erstens, das sind nur chinesische Gruppen. Und zweitens, aller Wahrscheinlichkeit nach werden sie hier den Ausländern nichts verkaufen und verweisen sie an ein Hotel, wo alles mindestens doppelt so teuer ist. So, ein Tagessausflug an den Gebirgssee Tjanchi kostet bei den lieben Leuten hier nur 35!!! Juan, uns haben die Chinesen diese Fahrt mit schlechtem Spezialisten für Russisch für 250 Juan verkauft.

Hongshan der Rote Berg
Der schönste Ort in Urumchi ist der Rote Berg, der wegen des rotbraunen Sandsteines so genannt ist, aus dem Gipfel dessen sich eine wunderbare Aussicht auf die Stadt öffnet.

Nach dem Volkspark fahren wir zum Park des Roten Berges. Wir waren hier vor einem Jahr, als wir mit der Charterlinie Kasan Omsk Urumchi geflogen sind ( schade, dass diese Charterlinie angeblich wegen SARS eingestellt wurde jetzt müssen wir über Nowosibirsk nach Urumchi).

Damals hat mir der Park nicht gefallen . Er war mit Menschen und Autos gefüllt( immer wieder die Ersten unter Gleichen weil die Auffahrt auf den Berg verboten ist); am Morgen senkte sich der Smog über die Stadt, und es war sehr heiß.

Diesmal war alles ganz anders. Wir kamen fast am Abend, es gab nicht so viele Menschen und Autos . Nachmittags in Urumchi, wie in Omsk, fast immer weht der Wind, so dass die Stadt in der Umgebung des Tienshans uns in aller Herrlichkeit erschien.

Gerade hier wird es klar, warum Urumchi oft eine Stadt, die vor aller Augen entstanden ist genannt wird die ganze Stadt stellt einen riesigen Bau dar. Es ist interessant, wie diese Stadt in fünf Jahren aussehen wird.

Der Rote Berg hat eine reiche Kulturtradition. Leider, konnte man von unseren Reiseleiter-Dolmetschern nichts mehr als folgendes erfahren: Das ist ein Berg, Er ist schön usw.

Gerade in solchen Fällen beginnt man die wahre Bedeutung des deutschen Wortes Übersetzer zu verstehen( buchstäblich auf das andere Ufer übersetzende). Und Viele von allen diesen Schwierigkeiten im Umgang mit den Chinesen kommen einfach aus Mangel an den guten Dolmetschern, die dabei in der Mentalität der beiden Nationen gut Bescheid wissen.

Aber auch ohne Erklärungen ist es sehr angenehm durch den Park spazieren zu gehen. Es gibt viele meditierende Chinesen, einige massieren einander den Hals( häufig Männer der Frauen), die anderen gehen rückwärts die Pfade entlang ( man muss das in Omsk versuchen , es ist interessant, wie werden das unsere immer im Park sitzende Omas verkraften).

Die Hauptmasse der Menschen steigt aber auf die Pagode( für Sonderbezahlung) oder auf den Felsen (gratis), woher sich eine entzückende Aussicht auf Urumchi und mit dem Schnee bedeckte Berggipfel öffnet. Auf dem Berg befindet sich auch ein Komplex der buddhistischen Tempels( Eintrittsgeld ist 2 Juan) das ist sehr interessant und hat den Erkenntniswert!

Das sind zwei Hauptsehenswürdigkeiten, die in Urumtschi während der Stadtrundfahrt gezeigt werden.

Andererseits gibt es dort noch ein interessantes Heimatmuseum( Fresken, Mumien usw.), das sich aber bei den Touristen keiner großen Popularität zu erfreuen scheint.

Manchmal bringen sie Touristen nach dem Roten Berg zum uygurischen Basar. An jenem Tag war es schon spät, und wir kamen dorthin nicht.

Die Reise nach Turfan
Für diese Reise haben wir uns im voraus noch in Omsk vorbereitet . Es gibt im Internet sehr viele verschiedene Informationen über Turfan. Man konnte sich unsere Aufregung vorstellen, als wir in den Bus einstiegen heute besuchen wir einen der Hauptpunkte des uralten Seidenweges!

Nach gewohntem halbstündlichem Warten im Bus fuhren wir vom Hotel ab. Unser Bus war chinesischer Produktion, etwas unserem Pasik ähnlich, und wurde Der goldene Drache genannt. Im Vergleich zu seinem russischen Analogon war er wirklich ein kleiner Drachemit Klimaanlagen, Untersetzern und Fußstützen in Rückenlehne des vorne stehenden Sessels. Immer wieder waren wir überrascht: Chinesen lernten alles zu machen, von Schnuller bis Bussen.

Das war unser erster Ausflug, darum waren wir ganz Auge. Der Weg bis Turfan( 180 km) auf einer Strecke von 50 Kilometern war eine ununterbrochene Steinwüste zwischen zwei Bergketten des Tienshans, die in bedeutender Entfernung von der Autobahn Urumchi Peking lagen. (Diese Autobahnen haben uns vielleicht mehr in Erstaunen gesetzt wann haben die Chinesen es geschafft, sie zu bauen?!)

Besonders herrlich sind die Berge von linker Seite; mit ewigem Schnee bedeckte Berggipfel, ohne irgendwelche Pflanzen.

Da ist die erste Sehenswürdigkeit: der größte in Südostasien Park der Windmühlen. Wiederum sehen wir dieselbe Gesetzmäßigkeit die ersten zwei deutscher Produktion, die übrigen ( 99,9%) chinesischer. Man muss den ausländischen Hersteller nicht unterstützen, meinen die Chinesen!


Turfan-Kares
Die Oase Turfan, 150 m unter dem Meeresspiegel

50 C im Schatten, flirrende Hitze, vielleicht die eine oder andere Fata Morgana und undurchdringlicher Dunst erwarten den Reisenden, der es im Hochsommer bis zum zweittiefsten Punkt der Erde, der Turfan-Senke, geschafft hat, eisige Kälte dagegen die Hartgesottenen, die sich im Winter hierher wagen. Eigentlich alles Gründe, Turfan links liegenzulassen. Dennoch ist die Oase neben Dunhuang ein Besuchermagnet, der alljährlich viele tausend Besucher anzieht. Das hat gute Gründe.

Turfan war ebenfalls eine wichtige Station auf der alten Seidenstraße und vor allem das erste weiträumige, fruchtbare Territorium, das man erreicht, wenn man von Dunhuang aus in nordwestlicher Richtung die Südwestausläufer der Wüste Gobi durchquert. Als Durchgangsstation verschiedener Kulturen nahm die Oasenstadt chinesische, indische und persische Elemente auf. Es wurde ein Zentrum des Hinayana-Buddhismus und beherbergte Kommunen von Manichäern, die einer Mischlehre von griechischem, christlichem, buddhistischem und anderem Gedankengut anhingen, sowie nestorianische Christen. Mit der Dominanz der Uiguren über das Tarim-Becken, in das sie ab etwa 760 eindrangen, hielt ab dem 9. Jh. auch der Islam Einzug und blieb bis heute vorherrschende Religion. Die Uiguren bilden mit ca. 120.000 Menschen auch die Mehrheit der rund 170.000 Bewohner des Kreises.

Lage und Klima

Das Turfan-Becken liegt im Schnitt 150 m unter dem Meeresspiegel, und der 152 km² große Aydingkol-See ist mit 154 m unter NN der zweittiefst gelegene See der Welt nach dem Toten Meer. Betrachtet man die Senke auf einer Landkarte oder von weit oben aus dem Flugzeug, fällt die Ähnlichkeit mit einem Maulbeerbaumblatt, dem Hauptnahrungsmittel der Seidenraupen, ins Auge.

Das Klima ist im Sommer extrem heiß und trocken (40C und mehr). Willkommene Folge der extrem trockenen Luft sind gut erhaltene Ruinen, Artefakte und Dokumente.

Doch noch ein anderes Phänomen tritt häufiger auf: Orkane mit Windstärken 12 (32,6 m/sec) und mehr. Die Turfan-Senke ist ein sogenannter Windspeicher. Durch Luftdruckunterschiede zwischen dem Beckenund dem Hochdruckgebiet außerhalb entstehen heftige Luftströme, die durch eine Spalte des Tian Shan im Nordwesten in das Turfan-Becken eindringen. An 30-40 Tagen im Jahr herrschen hier deshalb Stürme mit Stärke 8 und mehr. Am 19. Mai 1977 tobte hier sogar ein Orkan mit Windstärken von 50 m/sec. Um die Oase vor den verheerenden Orkanen zu schützen, wurde seit 1949 ein Windschutzgürtel mit 30 Millionen Bäumen angelegt.

Ruinenstädte

Hauptgrund für einen Besuch Turfans sind nicht die massenhaft angebauten Weintrauben oder die dazu notwendigen unterirdischen Bewässerungskanäle, sondern die beiden gut erhaltenen Ruinenstädte Gaochang und Jiaohe.Von den alten Städten Gaochang und Jiaohe, die ebenfalls vor über 2000 Jahren in der Nähe von Turfan (Turpan), Xinjiang, erreichtet wurden, sind nur Ruinen übriggeblieben. Die beiden Städte, die über 1000 Jahre lang blühten und gedeihten, verwahrlosten in den späteren Jahrhunderten allmählich. Obwohl von ihnen nur noch Trümmer aus Löß übriggeblieben sind, sind Stadtmauer, Straßen, Tempel, Stupas, Wohnhäuser, Brunnen, Amtssitze von Beamten, Manufakturen und Basare infolge der Trockenheit und hohen Temperatur noch ungefähr erkennbar. Steht man auf dieser verlassenen Ruine, hat man eine Ahnung, wie es vor 2000 Jahren hier gewesen sein muss.

Turfan Kares.
Den ersten Halt machten wir im Museum von Kares (etwa 8 km vor Turfan). Sofort sahen wir, dass der Touristenstrom hier in vollem Gange war. Die Souvenirspreise waren hoch, das Fotografieren mit Ortsmädchen in Trachten kostete 10 Juan für ein Foto. Im Museum wurde uns nichts erzählt, weil Sweta solch einen komplizierten Wortschatz an ihrer linguistischen Uni noch nicht durchgenommen hat. Jedoch waren hier alle Erläuterungen schon auf Englisch gemacht(Aufschriften, Plakate usw.). Das unterirdische Bewässerungsystem überraschte uns mit ihren riesigen Maßen. Die Ausdehnung des Systems macht insgesamt 5000(!) km aus. Nach dem Museumbesuch gingen wir ins unterirdische Gewölbe hinunter, wo gezeigt wurde, wie Kares funktioniert. Für eine geringe Bezahlung konnte man das reinste Bergwasser trinken. In Tunnels war es gut und kühl ( draußen aber 40 Grad Wärme). Turfan ist damit der heißeste Ort in China.

Das schöne Weintal
Dann gingen wir über die Oberfläche spazieren. Uns war nicht heiß, denn die Alleen waren von oben mit den Weintrauben umrankt.

Man durfte keine Weintrauben pflücken und essen, wovon ein kleines Schild mit Hieroglyphen und arabischer Zierschrift zeugte.

Links von der Allee wurden einige Muster der Pressen in Lebensgröße und anderer Mechanismen für die Weinverarbeitung ausgestellt.

Sweta wird vielleicht solch ein Thema überhaupt nicht durchnehmen, weil sie so ausah, als ob sie perplex geworden wäre, und es fiel ihr schwer, wenigstens ein russisches Wort zum Thema zu finden. Doch, im ganzen war uns alles ohne ihre Hilfe klar, und, vielleicht, interessanter, weil wir auf alles selbst kommen mussten.

Rosinen und das heilige Rad
Nachdem wir aus dem Tunnel von Kares auf die Oberfläche ausgegangen waren, besichtigten wir gelüftete Rosinenspeicher, wo Rosinen getrocknet werden (ungewöhnlich schmackhaft sind die nachher!).

Wir sahen ferner wie gewandt die Uyguren die Touristen ihre Souvenirs verkauften und sich gegen Bezahlung fotografieren ließen.

Danach stießen wir auf solch einen kleinen Schild , wo auf Englisch folgendes stand(die ausländischen Besucher sind hier größtenteils Japaner und Malaysier, die Englisch gut verstehen):Vorfahren der Uyguren war das Volk Kankel, das in uralten Zeiten das Territorium der Westregion bewohnte. Nämlich von diesem Volk haben die Uyguren sich dieses Symbol angeeignet einen Wagen, mit dem man sein Glück suchen kann, der das Glück zu finden und zu genießen hilft.

Es wird angenommen, dass wenn Sie durch den Park von Kares und über die Brücke des Kankelwagens spazierengehen, werden Sie Ihr Glück finden. Es ist nicht wichtig, ob Sie mit dem Flugzeug, mit dem Zug oder mit dem Auto zurückfahren werden, es wird Ihnen scheinen, als ob Sie den Geist dieses Ortes in sich aufgenommen hätten.

Wir werden das zur Kenntnis nehmen und Erinnerungen an heißes Turfan im frostigen sibirischen Winter genießen.

Gaochang
Nach dem Besuch von Kares und nach dem reichlichen Mittagessen in der Schenke Zum einsamen Uyguren nahmen wir Kurs auf Gaochang die weltberühmten Ruinen der altertümlichen Stadt auf der Großen Seidenstrasse( etwa 40 km von Turfan).

Unterwegs fuhren wir an einigen kleinen Ortschaften vorbei. Natürlich, das war ein anderes, rurales China. Wir wollten aber an das Traurige nicht denken!

Um so mehr, als Sweta uns weiter zu belustigen schien. Laut ihren Erläuterungen sollte unser bevorstehendes Programm folgenderweise aussehen: nach Ankunft zur Stadtruinen werden die Touristen die Möglichkeit bekommen für 20 Juan pro Nase mit Pferden reiten. Wer will so einen Reitausflug unternehmen? Ehrlich gesagt, die Menschen fuhren , um die Ruinen der altertümlichen Stadt zu besichtigen, darum gab es wenige Menschen , die ´ für 20 Juan mit Pferden zu reiten` Lust hatten.

Was war es in der Tat? Erstens, waren das keine Pferde, sondern bescheidene fleißige Esel, die Wagen mit den Touristen( in solcher Hitze) schleppten. Zweitens, es ist verboten, durch die Ruinen ohne Exkursion zu gehen( früher haben die Ortseinwohner und Westtouristen vieles gestohlen). So, dass wir alle von den fleissigen Eseln gezogen die Ruinen aus bestimmter Entfernung beobachten mussten.

Der Staub der Jahrtausende
Diese Exkursion hat uns recht erschüttert. In gewissem Grad kann man die Reste des altertümlichen Gaochang mit den Ägyptischen Pyramiden vergleichen, wenn sie solche Ruinen darstellen würden.

Nach dem bildlichen Ausdruck einer unserer Touristin ´ wanderten wir im Staub der Jahrtausende`( Gaochang ist mehr als 2000 Jahre alt). In den Ruinen eines buddhistischen Tempels trafen wir Pilger aus Zentralchina.


Dieser Ort ist wirklich heilig und wird von Buddhisten der ganzen Welt geehrt.

Die Flammenberge
Die Uiguren nennen sie die Flammende Berge 'Keziledage (rote Berge)' - Und die Flammenden Berge sind die bekannteste Sehenswürdigkeit von Turpan - diese Berge ziehen sich von Westen nach Osten durch das Turpan-Tal und sie haben eine Ausdehnung von ca. 100 x 10km.

Ihr höchster Gipfel beträgt 830 Meter über dem Meeresspiegel - die nördliche Seidenstraße führte einst an ihnen vorbei und an dieser Stelle ist auch die heißteste Gegend im Jahr: +47,8C Lufttemperatur!

Die Oberflächentemperatur beträgt mehr al 70C! Im Hochsommer glänzen die braunen sandstein-farbenen Berge in der glühenden Sonne feuerrot, und es scheint, als stünden sie in Flammen.

Aus diesem Naturphänomen stammt das Motiv der Geschichte: Die 'Überwindung der Flammenden Berge' im chinesischen klassischen Roman 'Die Pilgerfahrt nach Westen'.

Wir haben auf dem Rückweg nach Urumchi hier einen Stopp gemacht. Wirklich beeindruckend!

Tianchi
Das Tienshaner landschaftliche Gebiet, dessen Hauptreiseobjekt der Hochgebirgssee Tjanchi ist, befindet sich 115 km von Urumchi entfernt (das Verwaltungszentrum Xinjiang-Uygurer autonomer Kreises) auf dem Abhang der Bergspitze Bogto.

Schneeweiße Berggipfel spiegeln sich in klarem Wasser des von Nadelwälder umgebenen Sees wider. Im Altertum wurde der See Tjanchi Jaotchi genannt( der Nephritsee). Laut Überlieferung aus den alten Zeiten machte hier Göttin Siwanmu ihre Badesessionen.

Der sich vom Südosten bis zum Nordwesten erstreckte See befindet sich auf der Höhe von 1980 m über dem Meeresspiegel. Die Ausdehnung des Sees ist 3,3 km lang und 1,5 km breit. Die größte Tiefe erreicht ungefähr 150 m, der See entstand zur Eiszeit.

In Epoche der Dynastie Zin(1644 1911Jh.) wurde der See Tjanchi umbenannt, was verkürzt der Himmelspiegel, der heilige See bedeutet. Die märchenhaft schöne Landschaft dieses Sees ist einmalig. Das vom tauenden Hochgebirgsschnee geschmolzene Wasser ist außerordentlich rein und klar. Besonders schön ist diese Gegend im Hochsommer, wenn sich das Gras um den See herum ausbreitet, und Blumen sich entfalten, und durch transparentes Wasser der Seegrund zu sehen ist. Sogar an heißesten Tagen ist das Wassertemperatur im See ziemlich niedrieg.