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Elf Gründe nach Omsk zu kommen.
Als Transsib-Reisender müssen Sie, falls sie einen Stopp in Omsk einlegen, unbedingt Folgendes gesehen haben:

1.Die wichtigste Kirche Sibiriens- die Kosaken-Kirche in der das Heiligtum Sibiriens- die Fahne von Ermak- aufbewahrt wurde. Ermak nennt man Kolumbus Sibiriens.

2. Omsk ist die Stadt der Ewigen Liebe.
Das Weiße Haus Sibiriens- das Gebäude (früher Residenz des Oberbefehlshabers der Weißen, Admiral Koltschak, und heute das Museum des russischen Bürgerkrieges 1917-1920), mit dem eine sehr romantische Liebesgeschichte zwischen dem Admiral Koltschak und Frau Timirewa verbunden ist. Diese Liebe ist die Ewige Liebe von Omsk. Nach Koltschaks Hinrichtung in Irkutsk im Winter 1920, musste sie auf ihn verzichten und sich als Feind des russischen Volkes erklären. Dann würde man sie sofort freilassen. Sie hat das Angebot verweigert. Als Strafe dafür musste sie ihr ganzes Leben in sibirischen Straflagern verbringen. Nur unter Breschnew in den 70- er war es ihr erlaubt, sich in Rybinsk, 400 km von Moskau entfernt, inkognito niederzulassen. Bis zu ihrem Tode hat sie auf der Bühne eines Ortstheaters Nebenrollen gespielt, vor allem Rollen von Aristokraten des alten Regimes- die sind ihr am besten gelungen. Keine konnte ahnen, dass sie selbst aus einer aristokratischen Familie in Moskau kam. Diese Ewige Liebe von Omsk hat die Filmleute in Moskau veranlasst, Ende der 90-er Jahren einen Film zu drehen, der bis heute zu den populärsten in Russland gehört.

Eine andere rührende Geschichte der Ewigen Liebe wird Ihnen am Denkmal von Ljubotschka erzählt- von einem deutschen General-Gouverneur Gaßfort und einer jungen russischen Frau Ljubotschka.

3.Der Palast des westsibirischen General-Gouverneurs, von wo aus die Geschicke eines riesengroßen Territoriums von dem Eismeer bis zur chinesischen Grenze in Xinjiang unter den Zaren gelenkt wurden. Zu den Festtagen wehte auf dem Turm des Palastes die Zarenflagge. Diese Ehre hatten damals nur 5 Städte in Russland ( St. Petersburg, Moskau, Tiflis, Helsinki und Omsk).


4.Das Bankgebäude, in dem das Zarengold aufbewahrt wurde, als Omsk für ein Jahr Hauptstadt Russlands war ( 1919-1920).

5.Die zweite Festung, die von einem Deutschen General-Major, Johann Springer, gegründet wurde, in der sich das Dostojewski-Viertel befindet und viele andere, interessante Sehenswürdigkeiten zu entdecken sind. Übrigens ist dies die einzige im Original gebliebene Festung aus der Zeiten der Kolonisierung Sibiriens, die auf der ganzen Länge der Hauptstrecke der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau bis nach Wladiwostok zu sehen ist. Diese interessante Tatsache ist wenig bekannt: diese Festung war flächengemäß fast genauso gross wie der Moskauer Kreml war- über 20 Hektar! Während der Sowjetzeiten war in der Festung eine Armeeeinheit stationiert. Dieser Tatsache verdanken wir, dass die Kasernen aus den Zarenzeiten nicht demoliert wurden. Die Restaurationsarbeiten sind noch nicht ganz abgeschlossen- die Anlage ist aber schon jetzt sehenswert.


6.Die schönste Kirche Sibiriens, die von den Kommunisten gesprengt, und nach der Wende von den Omskern liebevoll restauriert wurde.

7.Der Gense-Garten in dem Sie ganz interessante Pflanzen sehen, die von einem deutschen Agronom im Laufe von ca. 26 Jahren entwickelt wurden, und die bis jetzt die Pflanzenwelt einer Steppen-Stadt so einmalig machen.


8. Das Deutsche Haus ( Stumpf- Below Haus ). Die Geschichte eines erfolgreichen deutschen Geschäftsmannes, welcher vor der bolschewistischen Revolution 1917 eine sehr wichtige Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung von Omsk spielte. Nicht weniger interessant ist die Geschichte eines sibirischen Malers Below, der dieses Haus von der Zerstörung rettete. Ein tolles Beispiel der sibirischen Holzarchitektur, der sibirischen Malerei ( sind schönste Bilder von Below ausgestellt) und des menschlichen Mutes, der sogar Stalins Zorn trotzte.

9.Omsk ist eng mit dem Namen von Dostojewski verbunden. Nach dem Exil nach Sibirien ist er zu einem der berühmtesten Weltschriftsteller geworden. Viele Bauten aus Dostojewski- Zeiten sind im Original geblieben.


10.Im Jahre 2016 feierte Omsk sein 300 jähriges Jubiläum. Das historische Zentrum von Omsk wurde aufwendig restauriert. Was daraus geworden ist sehen Sie in diesem Artikel:
Die ewige Liebe von Omsk

11. Obwohl die offizielle Geschichte von Omsk knapp über 300 Hundert Jahre ist, war diese Gegend schon immer besiedelt. Von paar Jahren hatte man im Norden des Omsker Gebiets einen menschlichen Knochen gefunden, welcher über 45 Tausend Jahren alt war. Wissenschaftlich war dies eine Sensation, weil man immer geglaubt hatte, dass die ersten Menschen aus Afrika kämen.
Und nun kam im Jahre 2017 eine neue Sensation als man auf der Museumstraße! mitten im Stadtzentrum die Überreste eines Kriegers ausgegraben hatte, welcher hier vor 3000! Jahren bestatte wurde. Man legte ihm in die Hände zwei Messer und nebenan einen Kelt-Axt. Dieser Fund ist besonders wichtig, weil man früher so einen Axt immer auf der Seidenstraße viel südlicher gefunden hatte- in ca. 1000 km Entfernung. Per Land war diese Entfernung damals relativ groß, aber durch unseren gemeinsamen Fluß Irtysch, welcher in China entspringt war diese Entfernung leichter zu überwinden. Das bedeutet, dass von 3000 Jahren die Siedlungen um Omsk einen Handel mit der Städten und Oasen auf der Seidenstraße pflegten. Die Omsker Wissenschftler nannten diesen Krieger liebevoll als ersten Omsk Bürgermeister und haben ihm den Namen Tair gegeben ( "Ta" ist von Tara- ältester Stadt bzw Siedlung auf dem heutigen Territorium des Omsker Gebietes und "Ir" kommt vom Fluss Irtysch).
Momentan wird dieser Fund restauriert und wird in dem neuen Gebäude- Filiale der sibirischen Hermitage- zu bewundern.


Bild: Gense in seinem Garten

Omsk - eine ganz besondere Stadt in Sibirien
In der Geschichte Sibiriens hat Omsk eine ganz besondere Rolle gespielt. So expandierte das Zarenreich von hier bis zur heutigen chinesischen Grenze. Das geschah als der deutsche General-Gouverneur im Dienst des Zaren, Gasford, in Omsk regierte.

Zu seiner Person:
Gustav-Christianowitsch Gasford (1794-1874). Im Jahre 1813 kämpfte Gasford bei Leipzig gegen die Napoleon - Truppen. Für seinen Mut und Tapferkeit hat er dafür eine Sonderauszeichnung bekommen.

Seit 1833 im Dienst des russischen Zaren. Er kämpfte an verschiedenen Fronten für die Zaren, wofür er zahlreiche Auszeichnungen erhielt.

Im Jahre 1851 wurde er nach Sibirien versetzt und bekam den Posten des General-Gouverneurs West-Sibiriens mit Sitz im sibirischen Omsk.

Während dieser Zeit organisierte Gasford zahlreiche Expeditionen nach Mittelasien. Während einer Expedition haben die Omsker Kosaken eine Wehrsiedlung namens Werny (heute Almaty und früher langjährige Hauptstadt von Kasachstan) an der heutigen Grenze zwischen Kasachstan und China gegründet.



Im Jahre 2016 wurde Omsk 300 Jahre alt.

Bild: General-Gouverneuer West-Sibiriens mit Sitz in Omsk Gasford



Ein tolles Lied über Omsk:
Omsker Walzer